[ERSTAUNEN]: Es gibt Menschen …

Selbst wenn du glaubst, du bist ein Zyniker, der von den meisten Mitmenschen vorwiegend Schlechtes und Ärger erwartet, gibt es Momente, Ereignisse und Begegnungen, die belehren dich eines Besseren. Und zwar in der Hinsicht, dass du zu wenig zynisch bist, zu wenig misanthrop, zu positiv eingestellt. Das ist dann schon eine sehr eigene Art von Aha-Effekt.

Zum Kotzen und zum Scheißen

Man könnten auch versucht sein zu sagen, man hört nie auf zu lernen, das Kotzen zu bekommen oder neue Arten kennenzulernen, wie man verarscht wird und die Verachtung für einen selbst ins Gesicht gerotzt bekommt. Besonders interessant ist das, wenn man eigentlich dachte zu wissen, wie man von jemandem angeschaut wird – und das sowieso schon ein sehr unfreundliches Bild ergibt.

Natürlich gibt es Grenzen dafür, was man akzeptieren kann und auch soll. Frage, kann man sich diese Grenzen jedoch immer leisten? Und sollte man darauf scheißen, diese nicht zu überschreiten, wenn das Gegenüber diese Grenzen kennt und bewusst dorthin manövriert? Tja, das ist wohl die Sache, bei der das Gewissen eine Rolle spielt – und die zutiefst persönliche Problematik dessen, was man sich – existenziell – leisten kann.

Wenig kann man sich leisten, glaube ich, wenn die Umstände einem so richtig quer ins eigene Dasein scheißen und Pläne zu vernichten drohen. Und diese Gefangenschaft ist … höflich formuliert, unfein.

Selbstentwicklung

Nimmt man jetzt einen solchen Zwischenfall zum Anlass, einen persönlichen Schritt zu setzen? Seine Sache mit Skrupellosigkeit durchzuziehen? Ohne Rücksicht auf Verluste, selbst wenn es eine Menge davon bedeutet – quasi von der eigenen Existenz bis zur eigenen Persönlichkeit und Lebenseinstellung einem Neustart unterzieht?

Finde ich eine gute Frage, auf die es keine einfache Antwort gibt. Dafür einen ganzen Haufen weiterführender Fragen, die unterschiedlich sind, je nach Erkenntnis, aber unweigerlich nach Antwort suchen: Woher nehme ich die Skurpellosigkeit, wenn ich wirklich diesen Neustart durchziehe? Wie geht es mir damit, wenn ich nachgebe und versuche, den Status quo zu erhalten? Gibt es eine bessere oder schlechtere Entscheidung? Wie weitreichend sind die Konsequenzen in dem einen Fall oder in dem anderen Fall? “Darf” ich so skrupellos sein, mein Ding durchzuziehen, wohl wissend, dass es für mich die bessere Wahl ist, aber nicht unbedingt für andere?

Das Interessante an solchen Gedankenspielen ist, dass man anfängt, nach Antworten zu suchen, selbst wenn sich im Grunde genommen gar keine Frage stellt. Selbst wenn sonnenklar ist, was man tun muss. Womit man dann wieder bei der Frage landet, wie man lernt, so hart und skrupellos zu sein, um den eigenen Weg konsequent und unabrückbar zu gehen. Ich glaube, die Fragen stellen sich tatsächlich nur, wenn man eben nicht diese rücksichtslose Härte besitzt.

Der Verstand ist schon eine bescheuerte Angelegenheit.


Der Beitrag [ERSTAUNEN]: Es gibt Menschen … erschien am 01.06.2020 auf DingeDesAlltags.com


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